TRO043 Der Zyklop und das Dope

Odysseus 2: Beginn von Odysseus Irrfahrten

Nach der Rahmenhandlung starten wir nun also dort, wo der trojanische Krieg endete. Odysseus bricht auf nach Hause und erlebt seine ersten Abenteuer, so wie man das kennt. Am Ende zweifeln wir aber daran, ob Odysseus wirklich nach Hause will, oder ob der Krieg nicht doch merklich Spuren bei ihm hinterlassen hat.
Dauer: 1:46:47

Mitwirkende:
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Constantin Hansen: Odysseus und der Kyklop Polyphem
Constantin Hansen: Odysseus und der Kyklop Polyphem

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4 Gedanken zu „TRO043 Der Zyklop und das Dope

  1. Volker

    Hi ihr, und (wie in all meinem Kommentaren zu Podcasts, die mir viel Freude bereiten) erst einmal vielen Dank, dass ihr dies hier macht – schon die dritte Folge dieses Jahr, finde ich hervorragend!
    Aber dann noch mal zu dem Pferd: Wenn das einfach nur als Opfergabe für Poseidon gedacht gewesen wäre, würde ja “timeo danaos et dona ferentes” (“ich fürchte die Griechen, auch wenn sie Geschenke bringen”, Vergil) überhaupt keinen Sinn ergeben, weil dann ja der Gaul überhaupt nicht als Geschenk gedacht/getarnt ist.
    Und zu den Zyklopen/Kyklopen: liegt an einer veränderten Aussprache vom klassischen Latein zum mittelalterlichen (klassisch wird “c” immer wie k gesprochen, siehe Caesar, was zu Kaiser wird – zu dem “ai” darin lasse ich mich mal nicht aus, hat aber auch seinen Sinn).

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  2. eloxigen

    Als ihr auf Odysseus’ Persönlichkeit bzw. die etwas “düsterere Lesart” zu sprechen kamt, fiel mir die etwas ältere dänische Krimiserie Ørnen: En krimi-odyssé (mit “Der Adler – Die Spur des Verbrechens” nicht ganz passend übersetzt) ein, deren Hauptcharakter ist auch so ein “Odysseus-Typ” ist – einer, der mehr oder minder ruhelos durch die Weltgeschichte streift, unfähig(?) nach Hause zu finden und einiges an eigenem Ballast mit sich herumschleppt.

    Es ist spannend, in wie vielen Facetten dieser Sagenstoff inzwischen nacherzählt worden ist oder sich in jüngeren Werken auch wiederfindet. (Und juhu, endlich wieder Troja Alert! :D)

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  3. Udo

    Ach herrlich 😉 Ich finde es wirklich wunderschön, wie Ihr in Eurem Interpretations- / Spekulationsteil ständig Dinge umkreist, die mir im Erzählteil sozusagen ins Gesicht springen, ohne diese dann an- oder auszusprechen 😉
    Ich sitze dann jedesmal vor dem Internet, feuere Euch an und raufe mir die Haare (“heiss, heiss, heiss” / “kalt, kalt, kalt”) – das macht wirklich sehr sehr viel Spass, vielen Dank dafür!

    In dem Fall hier muss ich aber wirklich mal einen Kommentar dazu verfassen: Die psychologische Interpretation von Odysseus finde ich ganz hervorragend! Was mir dabei aber unter den Nägeln brennt ist die Herleitung aus / die Verortung in der Entwicklung der griechischen Mythologie selbst, sprich: der Vergleich mit anderen Heldenfiguren, Erzählformen, genauer: Hallo? Herakles? Der Vergleich zu eine Figur wie Herakles steht ja wie ein Elefant im Raum, oder? 😉

    Ich meine: Die Funktion der Geschichten, die ihr behandelt wandelt sich ja permanent, im Übergang von Mythologie zur Geschichtsschreibung (Legitimation von Herrschaft durch dynastische / genealogische Anknüpfung an Götter / Helden in Verbindung mit Lehrerzählungen etc) bis hin zum Trojanischen Krieg (= Referenz auf Götter etc bekommt eine völlig andere Bedeutung – dort könnte man sich den Rückgriff auf die Morien nochmal genauer ansehen!).

    Und hier sind wir nun auf dem Weg zu einer fast romanhaften Erzählform (= ein Individuum das als solches / an sich / qua Persönlichkeit interessiert?) Da liegen gefühlt rote Fäden rum, allein schon zwischen den Geschichten, die … ja, eben zu einem Vergleich mit Herakles und dessen Erzählform, Rezeption etc führen müssen – ich verkneife mir mal zurecht-gebogene Referenzen auf Ariadne 😉

    Vielleicht könnte man auf diese “binnen-kulturelle Entwicklung” mal einen komparatistischen Blick werfen? Hier bin ich allerdings wirklich kein Fachmann, vielleicht ist das auch Quatsch.

    Bitte nicht falsch verstehen, das hier ist wirklich nur eine Anmerkung / Anregung! Aber da Ihr es ja komischerweise nicht mitbekommt wenn ich beim Hören “Hallo? Herakles?” rufe, dachte ich mir ich umreisse Euch die Fragestellung einmal in dieser Form, ich hoffe das macht soweit für Euch Sinn 😉

    Bitte macht weiter so, auch die popkulturellen Referenzen etc möchte ich in keiner Form missen, das ist alles super!

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  4. Tobias

    Da die griechischen Götter ja nicht allwissend waren, sollte nicht unerwähnt bleiben, wie Poseidon von der Geschichte erfuhr: der geblendete Polyphem folgt dem Jubel der fliehenden Gruppe um Odysseus, aber er erreicht die Küste erst, als Odysseus Schiff schon außer Reichweite ist. Und weil Odysseus sich nun sicher fühlt gibt er seinen wahren Namen preis.

    Eurer Theorie vom armen, selbst-verleugnenden PTSD-Opfer baut darauf auf, dass Odysseus, das, was er sagt, ernsthaft meint. Das halte ich für … bestenfalls unwahrscheinlich.

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