TRO016 Nibelungen 3 - Kriemhilds Rache

Die Nibelungen Teil 3 - Kriemhilds Rache

In der 16. Folge vollenden Daniel und ich endlich die Nibelungensage. Die Geschichte um Kriemhilds Rache stellt sich als das Ende eines Erzählbogens heraus, in dem sich der Übergang von einer archaischen Stammesgesellschaft zu einer funktional ausdifferenzierteren und formalisierten Ständegesellschaft abbildet. Das gibt uns Gelegenheit, viel Soziologie zu fachsimpeln und mit viel gefährlichem historischen Halbwissen um uns zu werfen. Alles wie immer also 🙂 Viel Spaß beim Hören!
Dauer: 1:38:25

Mitwirkende:
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Stefan Thesing
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Daniel Franz

Peter von Cornelius Hagen versenkt den Nibelungenhort 1859

Noch eine kurze Bemerkung zur Tonqualität. Daniel klingt zu Beginn etwas mumpfig, das wird aber im Verlauf der Episode besser.

Shownotes:

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8 Gedanken zu „TRO016 Nibelungen 3 - Kriemhilds Rache

  1. Pingback: Vorhersage Mittwoch, 25.09.2013 | die Hörsuppe

  2. David

    ich würde gerne eine Gegenthese dazu aufstellen, dass die Nixen nicht in die Erzähllogik des Aufbruchs ins Spätmittelalters widersprechen. Vielmehr sind bis zu ihrem Auftreten schon lange keine mystischen Wesen mehr vorgekommen, und dadurch dass sie „ihr Gold“ wiederbekommen haben jetzt auch davon ausgegangen werden kann, dass sie nicht mehr eingreifen werden. Diese Geschichte ist quasi beendet. Hinkt und quietscht sicher, aber beruhigt mich ^^

    Zum Grund den Fluch so spät einzuführen kann ich mir auch eine andere Argumentation vorstellen. Wiederholt werden Dinge ja doch gerne mal, grade auch Familienbeziehungen und so. Ich könnte mir vorstellen, dass es viel ätzender ist in einer Taverne so einen Epos zu erzählen, wenn dann jede halbe Stunde einer dazwischenbrüllt: „Wann kommt denn endlich der versprochene Fluch!?“

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  3. salutans

    Zwei Gedanken zu Eurer Sendung:

    1. An die Nibelungen musste ich auch denken, als ich das erste Mal ASOIAF von George RR Martin gelesen habe, allerdings in anderem Zusammenhang: Daenerys erscheint mir ziemlich eindeutig angelehnt zu sein an Kriemhild.

    2. Zu Eurer Frage nach einer Erzählung von historischen Übergängen:
    Abgesehen von moderneren Erzählungen, wie z.B. den Buddenbrooks, wo der Übergang einer späthanseatischen Bürgergesellschaft zu einer modern-kapitalistischen erzählt wird, oder Musils „Mann ohne Eigenschaften“, der vom Untergang der Habsburger Monarchie und den Gewissheiten des 19. Jahrhunderts sowie der Entstehung einer diffusen und irritierenden modernen Auffassung von Geschichte berichtet, hatte ich zunächst auch keine Idee, welche klassische Quelle, z.B. den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit in den Blick nimmt. Das hängt allerdings auch damit zusammen, dass der Roman als dann übliches Mittel zur Welterklärung erst im 17. Jahrhundert wirklich entstanden ist.
    Zu Beginn des 17. Jahrhunderts ist allerdings sehr wohl ein Roman entstanden (DER Roman schlechthin), in dem dieses Thema des Übergangs sehr wohl verhandelt wird:
    Don Quixote de la Mancha von Miguel de Cervantes
    Der verarmte Adlige, der verträumt den alten Ritterromanen und der längst vergangenen Gesellschaft anhängt, scheitert grandios dabei, diese veraltete Sicht auf die Welt in der neuen Zeit zur Anwendung zu bringen (praktisch jede Episode endet darin, dass Don Quixote kräftig auf die Mütze bzw. den Rasierteller kriegt). Der Kampf gegen die Windmühlen (interessanterweise das bekannteste Element des Romans) ist dafür symptomatisch: Don Quixote hält die Maschinen, diesen Ausdruck der Moderne für mythische Figuren, versucht sie zu bezwingen und es endet damit, dass er auf die Mütze kriegt. Auch das Spiel mit Realität und Fiktion, die Konfrontation von Mythos und Historie ist ein zentraler Bestandteil des Romans (im Zweiten Teil ist Don Quixote bereits selbst eine bekannte Figur, bekannt geworden durch die Veröffentlichung des ersten Teils. Er ist somit gleichzeitig Romanfigur erster und zweiter Ordnung). Als solcher ist er ein gutes Beispiel für eine Übergangsbeschreibung vom Mittelalter zur Neuzeit.

    Grüße
    salutans

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  4. Wolfgang

    Hallo,

    endlich die abschließende Folge 🙂

    eine Frage, finde ich es als einziger merkwürdig, das die Nibelungen bei ihrem Familienbesuch den Schatz dabei haben? Andernfalls wären sie ja nicht in der Lage gewesen, ihn im Rhein zu versenken.

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  5. Horay

    Habt vielen Dank für diesen Dreiteiler zu den Nibelungen.

    Ich fühle mich selbstverständlich durch eure Frage herausgefordert und möchte hier einmal den Faust (vorzugsweise den Faust II) mit ins Rennen schicken. Hier passiert genau der Schritt vom mittelalterlichen Denken hin in die Moderne (inklusive Einführung des Wechsels durch den Teufel).

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  6. Puddingpulver

    Bei Youtube existiert eine Doku zum Thema Nibelungen. Einfach mal bei Youtube nach
    „Der Schatz der Nibelungen Auf den Spuren Siegfrieds“ suchen. Link will ich hier nicht setzten, da ich mir sicher bin, dass die Lizenzen nicht bei Youtube liegen und es eventuell illegal ist darauf zu verlinken. Die Doku ist ganz nett, aber wohl auch etwas weit hergeholt.

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  7. Sebastian Martin Dicke

    Ihr habt über das Feudalsystem gesprochen als ob es als Pyramide funktionierte (andere würde von Bäumen sprechen, mit dem König als Wurzel). In der Praxis gab es aber immer wieder Adlige, die Lehnsleute gleich mehrerer anderer waren (auch außerhalb der Nibelungensage). Dadurch kam es wohl immer wieder zu Situationen, wo ein Lehnsherr gegen den anderen in den Krieg zog und Lehnsleute sich zumindest längere Zeit nicht mit Soldaten beteiligten. Das soll wohl teilweise in Konflikten deeskalierend gewirkt haben.

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